Die Wahl der richtigen Schutzhandschuhe

Handschuhe sind Schutzausrüstungen, die dazu dienen, die Hände des Bedieners zu bedecken und zu schützen.

Handschuhe werden in einer Vielzahl von industriellen Anwendungen genutzt: Umschlag, Wärmeschutz, Kälteschutz, dielektrische und chemische Materialien, Schneidarbeiten, etc.

Die Eigenschaften der jeweiligen Handschuhe hängen von den Materialien ab, aus denen sie gefertigt sind. Das verwendete Material richtet sich nach den vorgesehenen Arbeiten: dicke Lederhandschuhe für den Umschlag; dicke Gewebe- oder Kevlarhandschuhe für die Arbeit in einer Umgebung mit hoher Temperatur; Latex-, PVC-oder Nitrilhandschuhe für Labors und die chemische Industrie; Metallflocken- oder Kettenhandschuhe zum Vermeiden von Schnitten usw.

Vor der Auswahl der Handschuhe ist es wichtig zu überprüfen, ob sie gegen die zu behandelnden Produkte resistent sind, ob sie der jeweiligen Aufgabe entsprechen und ob sie bequem sind und entsprechend einer Norm zertifiziert sind.

Schutzhandschuhe auf einen Blick

  • Wie wählt man die richtigen Schutzhandschuhe?

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    Schutzhandschuhe der Marke Ansell

    In einer industriellen Umgebung können Bediener diverser Einrichtungen mit unterschiedlichen Risiken konfrontiert sein:

    Identifizieren Sie zuerst die Arbeitsaufgabe und die Kontaktzeit.

    Die Wahl der Handschuhe hängt von der Art der zu erfüllenden Aufgabe ab. Kommt der Mitarbeite in Kontakt mit gefährlichen Stoffen? Sind diese Substanzen nass oder ölig?

    Die Wahl der Handschuhe richtet sich auch nach der Art der gefährlichen Substanz. Ist der Kontakt anhaltend oder intermittierend? Wird der Handschuh ganz oder teilweise eingetaucht? Welche Bereiche des Körpers sollten geschützt werden (Hände, Handgelenke, Arme)?

    Hinweis: Dünne Handschuhe bieten weniger Schutz als dicke und robuste Handschuhe, garantieren aber eine bessere Fingerfertigkeit für den Bediener. Es handelt sich also um einen Kompromiss zwischen Schutzniveau und Bewegungsfreiheit. Kurze Handschuhe sind für einfache Spritzer geeignet, aber für das vollständige Eintauchen müssen Sie Handschuhe wählen, deren Länge größer ist als die Eintauchtiefe.

    Berücksichtigung des Bedieners und seines Arbeitskomforts

    Der Benutzer muss sich mit seinen Handschuhen wohlfühlen, sie sollten weder zu groß noch zu klein sein, da sie seine Arbeit behindern könnten. Die richtige Handschuhgröße finden Sie in der Größenübersicht des Herstellers.

    Hinweis: Wenn Sie keine Handschuhe fin Ihrer Größe finden, ist es besser, einen kleineren als einen größeren Handschuh zu wählen.

    Vorsicht vor Latexallergien, sie treten immer häufiger auf. In diesem Fall gibt es Alternativen wie z.B. Nitril.

    Schließlich können die Hände im Inneren eines Handschuhs schwitzen, was für den Bediener unangenehm ist. Um die Auswirkungen von Schweißbildung zu reduzieren, können Sie z.B. Baumwollhandschuhe unter den Schutzhandschuhen zu tragen.

  • Welche verschiedenen Schutzhandschuhe gibt es?

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    Schnittfeste Handschihe de la marque MAPA

    Es gibt verschiedene Arten von Schutzhandschuhen, die entsprechend dem Risiko für den Bediener zu verwenden sind.

    Handschuhe für mechanischen Schutz

    • Sie entsprechen der Norm EN 388.
    • Sie bieten Abrieb-, Schnitt-, Reiß- und Stichfestigkeit.
    • Die Widerstandsfestigkeit wird im Allgemeinen von 0 – 4 angegeben. Je höher die Zahl, desto widerstandsfähiger der Handschuh.
    • Sie stellen 80% des Marktes für Schutzhandschuhe dar.
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    Handschuhe für chemischen Schutz der Marke UVEX

    Schutzhandschuhe für den Chemiebereich

    • Sie entsprechen der Norm EN 374.
    • Sie bieten Schutz gegen das Eindringen von Chemikalien (Methanol, Natronlauge, Schwefelsäure, etc.).
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    Hitzeschutzhandschuhe zum Schweißen der Marke ESAB


    Thermoschutzhandschuhe (Hitze und Feuer)

    • Sie entsprechen der Norm EN 407.
    • Sie sind feuerbeständig und schützen vor Kontakthitze, Konvektionshitze, Strahlungshitze und Spritzern aus schmelzendem Metall.
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    Schutzhandschuhe gegen extreme Kälte der Marke ROSTAING


    Thermoschutzhandschuhe (Kälte)

    • Sie entsprechen der Norm EN 511.
    • Sie sind beständig gegen Konvektionskälte, Kontaktkälte und wasserdicht.
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    Isolierhandschuhe für elektrischen Schutz der Marke CATU


    Handschuhe für elektrischen Schutz

    • Sie entsprechen der Norm EN 60903.
    • Diese isolierenden Handschuhe schützen vor Stromschlägen und Lichtbogenexplosionen bei Tätigkeiten unter Spannung.
    • Sie werden oft aus Naturkautschuk hergestellt.
  • Welches Material sollte ich für meine Schutzhandschuhe wählen?

    Kein Handschuhmaterial gestattet einen Schutz gegen alle risikoträchtigen Substanzen. Wir stellen Ihnen in diesem Einkaufsführer 16 verfügbare Handschuhtypen des Marktes mit ihren Eigenschaften (Vor- und Nachteile) vor, und sagen Ihnen, für welche Fälle sie geeignet sind.

    Hinweis: Verwenden Sie für eine Aufgabe, die den Kontakt mit nassen oder öligen Substanzen erfordert, Handschuhe mit einer rauen oder strukturierten Oberfläche, die einen besseren Griff ermöglicht.

    Handschuhe aus Baumwolle und Stoff

    • Dies sind die am häufigsten verwendeten Handschuhe für allgemeine Arbeiten.
    • Sie bieten kein hohes Schutzniveau (dünne Beschichtung).
    • Sie werden hauptsächlich zum Vermeiden kleiner Kratzer eingesetzt, nicht aber bei Verbrennungen und Schnitten.
    • Sie können auch als Futter gegen Schweißbildung verwendet werden, wenn sie unter anderen Schutzhandschuhen getragen werden.
    • Anwendungsbereich: Umgang mit zerbrechlichen Objekten.

    Handschuhe aus beschichtetemStoff

    • Sie schützen gegen gewisse, mäßig konzentrierte Chemikalien.
    • Anwendungsbereich: Labor.

    Handschuhe aus Kettengewebe 

    • Das Kettengewebe ist auf den Stoff genäht.
    • Diese Handschuhe bieten einen beispiellosen Schutz gegen Stiche und Schnitte.
    • Anwendungsbereiche: Lebensmittelindustrie, Arbeiten mit Holz.

    Leder-Handschuhe

    • Sie sind resistent gegen Funken und mäßige Hitze.
    • Sie schützen auch gegen Schnitte und Schürfwunden.
    • Sie bieten eine gute Haftung und Isolierung.
    • Bei hohen Temperaturen neigen sie zum Austrochnen und Reißen.
    • Anwendungsbereich: Schweißarbeiten

    Latex-Handschuhe

    • Sie sind widerstandsfähig gegen Chemikalien, Öle, Lösungsmittel und Mikroorganismen.
    • Sie sind komfortabel und gestatten eine hohe Geschicklichkeit der Finger, so dass sie für Präzisionsarbeiten geeignet sind.
    • Sie sind extrem elastisch und robust.
    • Die Innenseite ist mit Talk gepudert, um das Anziehen zu erleichtern.
    • Sie sind biologisch abbaubar.
    • Da sie dünn sind, sind sie weder durchstichsicher noch hitzebeständig.
    • Gehen Sie sicher – viele Menschen sind allergisch gegen Latex.
      Anwendungsgebiete: Lebensmittelindustrie, chemische, Erdöl-, und medizinische Industrie.

    Handschuhe aus Butyl-Kautschuk

    • Sie nehmen keine Flüssigkeiten auf und bieten Schutz vor Säuren (Salpetersäure, Schwefelsäure, Salzsäure, Peroxid, etc.).
    • Sie sind beständig gegen Hitze und Kälte, Abrieb und Korrosion.
    • Anwendungsgebiet: Petroleumindustrie.

    Kevlar-Handschuhe

    • Sie sind extrem dauerhaft.
    • Sie sind schnitt- und abriebresistent.
    • Sie schütezen vor Kälte und Wärme.
    • Sie sind robust und ermöglichen eine große Beweglichkeit für die Hände.
    • Sie werden oft unter einem anderen Handschuhtyp getragen.
    • Anwendungsgebiete: Alle Branchen der Industrie..

    Handschuhe mit Aluminium-Beschichtung

    • Sie bieten reflektierenden und isolierenden Schutz.
    • Sie sind ideal für Arbeiten in Kontakt mit Wärme, da sie einen Schutz bis zu 1000°C bieten.
    • Anwendungsbereich: Schweißarbeiten, Feuerungs- und Gießereianlagen, Labor.

    Vinyl-Handschuhe

    • Sie eignen sich für ungefährliche Materialien.
    • Sie haben antistatische Eigenschaften.
    • Sie sind zum leichteren Anziehen leicht gepudert.
    • Sie sind kostengünstig.
    • Sie sind weniger langlebig.
    • Anwendungsgebiet: Lebensmittelindustrie..

    Nitril-Handschuhe

    • Sie bestehen aus synthetischem Gummi und bieten bei Allergien eine gute Alternative zu Latex.
    • Sie bieten einen guten mechanischen und Chemikalienschutz gegen chlorhaltige Lösungsmittel.
    • Sie eignen sich besonders für Anwendungen in feuchten und fettigen Umgebungen geeignet.
    • Sie sind sehr wasserdicht und bieten eine gute thermische Resistenz (250°C).
    • Sie sind durchstichsicher
    • Sie sind nur gering beständig gegen Ketone und Halogenprodukte.
    • Anwendungsgebiet: chemische, Automobil- und Lebensmittelindustrie.

    PVC-Handschuhe

    • Ausschließlich für Säuren.
    • Sie sind undurchlässig für Alkohole und Reinigungsmittel.
    • Sie sind isolierend.
    • Sie sind wasser-und luftdicht.
    • Ihr Schutz gegen aromatische Kohlenwasserstoffe und Halogene ist gering.
    • Anwendungsgebiete: Lebensmittel-, chemische und Petroleumindustrie.

    Neopren-Handschuhe

    • Sie schützen vor Erdölprodukten, Hydraulikflüssigkeiten, Alkoholen und organischen Säuren.
    • Sie sind geschmeidig und komfortabel.
    • Sie sind weniger effizient gegen mechanische Risiken
    • und gegen aromatische Lösungsmittel.
    • Anwendungsgebiete: Automobilindustrie, chemische Industrie, industrielle Reinigung.

    Nomex-Handschuhe

    • Sie sind hochtemperaturbeständig
    • und resistent gegen zahlreiche chemische Produkte.

    Zetex-Handschuhe

    • Sie sind resistent gegen Feuer und Funken.

    Handschuhe aus Butyl-Kautschuk

    • Sie sind kohlenwasserstoffresistent.

    PU-Handschuhe

    • Sie sind abrieb- und reißfest.
  • Wann sollte man gepuderte Handschuhe tragen?

    Gepudert werden hauptsächlich Latex-, Vinyl- oder Nitrilhandschuhe. Sie bieten einen doppelten Vorteil:

    • Sie begrenzen das Schwitzen.
    • Sie sind leicht an- und auszuziehen.

    Für welche Anwendungen?

    • Gepuderte Handschuhe eignen sich besonders für Labor- und Krankenhausarbeiten.
    • Sie werden auch für Auftragskommissionierer empfohlen.

    Welche Gegenanzeigen gibt es?

    • Gepuderte Handschuhe werden in der Lebensmittelindustrie nicht empfohlen, da das Pulver, das aus Maisstärke besteht, nicht mit Lebensmitteln zum Verzehr gemischt werden sollte.
    • Das Pulver kann auch Allergien beim Anwender hervorrufen. Die Vereinigten Staaten haben kürzlich gepuderte OP-Handschuhe verboten, weil sie angeblich bei Patienten schwere Atemwegsprobleme verursachen.
  • Sollte man Einweg- oder Mehrweghandschuhe wählen?

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    Einweg-Latexhandschuhe von Schilling Engineering GmbH

    Einweghandschuhe

    Einweghandschuhe sind oft dünn, um Schutz und Hygiene zu gewährleisten und gleichzeitig eine hohe Berührungsempfindlichkeit und Bewegungsfreiheit zu erhalten.

    Diese Handschuhe bieten Schutz bei Kontakt mit wenig aggressiven Chemikalien. Sie sind daher für den medizinischen Bereich geeignet, da sie ein biologisches und bakteriologisches Risiko zwischen Pflegepersonal und Patienten vermeiden. Sie sind jedoch nicht für den Umgang mit aggressiven Chemikalien geeignet.

    Während Latexhandschuhe unter den Einweghandschuhen am beliebtesten sind, haben Vinyl- und Nitrilhandschuhe auch ihre Vorteile.

    • Latex-Handschuhe
      Sie sind flexibel und komfortabel und bieten eine hohe Berührungsempfindlichkeit.
      Anwendungsgebiet: medizinische und Lebensmittelindustrie.
    • Vinyl-Handschuhe
      Sie sind für den kurzen und risikoarmen Einsatz (ohne Kontakt mit gefährlichen Produkten) geeignet.
      Anwendungsgebiet: mechanische Industrie..
    • Nitril-Handschuhe
      Sie sind hypoallergen und resistent gegen Erdöl und chemische Produkte.
      Anwendungsgebiete: Lebensmitteli- und elektronische Industrie.

    Wiederverwendbare Handschuhe

    Wiederverwendbare Schutzhandschuhe sind oft dicker als Einmalhandschuhe und bieten daher eine hervorragende chemische und mechanische Beständigkeit. Sie sind widerstandsfähiger gegen gefährliche Flüssigkeiten und Produkte und daher Einweghandschuhen vorzuziehen, wenn sie für den Umgang mit flüssigen oder gefährlichen Produkten verwendet werden. Da sie jedoch dicker sind, bieten sie eine geringere Berührungsempfindlichkeit als Einmalhandschuhe. Je nach Art des zu manipulierenden Elements müssen besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

    • Nach Kontakt mit hochvolatilen Chemikalien können die Handschuhe vor der Wiederverwendung bei Raumtemperatur gewaschen und getrocknet werden. Sie müssen jedoch vor der Wiederverwendung untersucht werden um sicher zu gehen, dass sie nicht beschädigt sind.
    • Nach dem Kontakt mit nichtflüchtigen Chemikalien kann die Dekontaminierung schwierig sein. Einige Säuren haben ein hohes Zersetzungspotential.. In diesem Fall wird dringend empfohlen, die Handschuhe nicht wiederzuverwenden.
  • Welche Klassen gibt es für Schutzhandschuhe?

    Gemäß der europäischen Richtlinien CEE/89/686 und CEE 93/69 werden Schutzhandschuhe in 3 Klassen eingeteilt, die jeweils einem spezifischen Risiko entsprechen.

    Kategorie I

    Dies sind Handschuhe, die vor minimalen Risiken schützen, wie z.B. Einweghandschuhe.
    Sie sind in der Norm EN 420:2003geregelt.

    Kategorie II

    Dies sind Handschuhe, die vor gängigen oder mittleren Risiken schützen, wie z.B. Handschuhe für den allgemeinen Umschlag.

    Die EN 420:2003 gilt, wird aber je nach Risiko durch weitere Normen ergänzt:

    • Handschuhe gegen mechanische Risiken (EN 388:2003)
    • Kälteschutz-Handschuhe (EN 511:2006)
    • Handschuhe gegen thermische Risiken (EN 407:2004)

    Kategorie III

    Dies sind Handschuhe, die vor großen Risiken schützen, wie z.B. chemische Risiken.

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